Samstag, 30. August 2014

3. Rezension: Miyamoto Musashi - Das Buch der fünf Ringe

Bei fast jedem Gespräch über Literatur zum Thema Kampfkunst oder Selbstverteidigung kommt irgendwann einmal die Rede auf Miyamoto Musashi und das Buch der Fünf Ringe. - sozusagen als die Essenz der Kampfkunst.

Für alle, die das Gorin No Sho nicht gelesen haben: Das Werk wurde vom japanischen Samurai Miyamoto Musashi im Jahr 1645 verfasst, der heute noch als einer der besten Schwertkämpfer Japans gilt, und besteht aus fünf Büchern. Das erste Buch, das Buch der Erde, beschäftigt sich mit den Grundlagen der Kampfkunst, das zweite Buch, das Buch des Wassers, behandelt die äußere und innere Haltung des Kriegers, das dritte Buch, das Buch des Feuers, den Kampf, das vierte Buch, das Buch des Windes, wendet sich den anderen Schulen zu, und das fünfte Buch, das Buch der Leere, den Weg zur wahren Meisterschaft.


 
In den vergangenen Jahren wurde das Buch als Managerliteratur gehyped und man findet es auch heute noch in erster Linie bei der Business-Literatur in den Buchhandlungen. Das ist Scheiße. Das Buch der Fünf Ringe beschäftigt sich mit dem Kampf – und dazu gehört nun einmal nach Ansicht von Musashi auch die unbedingte Bereitschaft zum Tod. Nicht in irgendeiner abstrakten Art und Weise, sondern ganz direkt und erdig. Wer einen Fehler macht, ist tot. Punkt. - Dies konnte ich in den vergangenen Jahren in der an Fehlern reichen Wirtschaftswelt jetzt nicht unbedingt unter den Rängen der erfolglosen Managern beobachten. 

Das Werk beschäftigt sich auch damit, wie man mit Beharrlichkeit und ständigem Üben den Weg zur wahren Meisterschaft beschreitet. Es gibt dazu Ratschläge für die Erarbeitung der Grundlagen für den Samurai, die Haltung, wie man sich im Gefecht verhält, etwas PR für die eigene Schule sowie schlussendlich der Sprung über alles Erlernte hinaus zur wahren Meisterschaft. 

Wer sich von dem Buch eine Anleitung zur Selbstverteidigung erwartet, wird ganz klar enttäuscht. Man kann allerdings das Werk mit verschiedenen Brillen lesen und damit für sich wertvolle Anregungen holen.
Da ist die Brille des Historikers (zugegeben ein Steckenpferd von mir): In diesem Fall beschreibt es von Jugend an den Werdegang eines Samurais in der Zeit der recht blutigen Reichseinigung Japans und es erlaubt in diesem Fall den Blick auf eine tödliche Kriegerkaste, die noch nicht in einem Formalismus der späteren Jahrhunderte erstarrt war. Da ist der Blickwinkel des Kriegers, der sich konsequent mit sich selbst und seinem Gegner auseinandersetzt. Und schließlich ist da der Weg der Kampfkunst zur wahren Meisterschaft. Hier kann das Buch eine Anleitung bieten – aber das gilt es fleißig zu üben.

Das Buch der fünf Ringe; Miyamoto Musashi: - deutsche Ausgabe im Econ Verlag, 158 Seiten, ISBN 3-430-16967-4.

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